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Gewiss, die Melodien waren einfach - aber dennoch war es war ein großartiges Erlebnis, als am Neujahrstag 2008 zum ersten Mal von beiden Homberger Kirchtürmen im Wechsel gebeiert wurde: Nachdem der "Freuderuf" (A. Döring, Glockenbeiern im Rheinland, Köln/Bonn 1988, 137) vom Kirchturm der Jacobuskirche erklungen war, hörte man ihn vom Turm der Christuskirche. Die Tonlagen wechselten, auch Einstimmigkeit mit Mehrstimmigkeit, aber immer wieder klang es so, als ob die Glocken der jeweils anderen Kirche freudig die vorige Melodie aufnahmen und zurückgeben wollten. Eine Melodie, die Peter Peiffer zusammengestellt hatte, folgte und dann das uralte "Bim-Bam-Beier"-Lied, in ähnlichem Wechselgesang. Am Ende war, nach knapp 30 Minuten, ein feierliches mehrstimmiges "Hilf, Herr meines Lebens" zu hören.
Gebeiert hatten in der katholischen Kirche ganz am Anfang Josef Pietron, dann aber durchgängig Peter Peiffer, in der evangelischen Kirche Roland Bruckhaus, Carsten Prinz und Alexander Bammert.
Schwer zu sagen ist nur, was das schönste Erlebnis war: Das Erleben des Wechselspiels zwischen den Glocken der beiden Kirchtürme - oder die Tatsache, dass so viele Menschen
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gekommen waren, um dabei zu sein: Noch nie hat der Unterzeichner erlebt, dass so viele gekommen waren, um dem Klang der Glocken zu lauschen: vor der Jacobuskirche standen sie, auf dem kleinen Parkplatz und in einer langen Reihe vom "Kachelofen" bis hin zur Christuskirche standen Frauen und Männer, die sich freuten über das besondere, neuartige und zugleich uralte Neujahrsläuten.
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Von guten Mächten
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last,
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
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Auf das Neujahrsbeiern folgte - langer Homberger Tradition entsprechend - ein Ökumenischer Neujahrsgottesdienst; seit vielen Jahren war er nicht mehr so gut besucht gewesen wie in diesem Jahr. Er endete mit dem Gesang des Gedichtes, das Dietrich Bonhoeffer im Jahr 1944 in seiner Haft geschrieben hatte:
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Beigetragen zu dem regen Interesse am dialogischen Beiern hatte sicherlich ein Artikel von Gisela Schöttler, der wenige Tage zuvor in der Rheinischen Post erschienen war; Sie finden ihn nach einem Klick auf das Bildchen oben links.
Schade nur, dass es nicht gelang, bessere Fotos zu machen: In den Kirchtürmen ist wenig Platz, im Turm der Christuskirche fast keiner, und auf der Dorfstraße störten die Autos das Bild. Aber man kann nicht alles haben...
Josef Pietron
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St. Jacobus d. Ä, Ratingen-Homberg.
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